Feature: Zu Gast bei DJI: New Pilot Experience in Mainhattan

Der chinesische Multikopterhersteller DJI hat ausgewählte Pressevertreter zu einem Event nach Frankfurt eingeladen, um die erst kürzlich präsentierte Spark näher vorzustellen. Wir waren mit dabei und konnten uns die neue, intelligente Drohne genauer ansehen.


Vor etwas weniger als einer Woche hat DJI mit der Spark den bislang preiswertesten Drohnenvertreter vorgestellt. Die Resonanz war groß, denn das Unternehmen dringt in einen Preisbereich vor, den man bisher außen vor ließ. Große Kompromisse soll der normale Verbraucher mit der Spark allerdings nicht eingehen, so DJI. Wir konnten uns im Rahmen des Mainhattan-Events in der DJI-Europazentrale in Frankfurt am Main selbst von dem jüngsten Produkt des Herstellers überzeugen.

Ausstattung und Spezifikation

DJIs Spark ist mit den 300 Gramm Eigengewicht vergleichsweise leicht und kann dank der geringen, quadratischen Abmessungen von 143x143x55mm auch einfach in einem Rucksack transportiert werden. Die Positionsbestimmung erfolgt über GPS/Glonass präzise. Der Hersteller gibt in diesem Zusammenhang eine Abweichung von Horizontal maximal 1,5 Metern an. Die Übertragung geschieht wie üblich über Wlan - die Spark kann hier sowohl im 2,4-, als auch im 5,8-GHz Frequenzbereich funken. Auch ist die oft nur bei deutlich hochpreisigeren Drohnen implementierte Hinderniserfassungssensorik mit an Bord. Wer also bei der maximalen Distanz (100m mit der Smartphone-/Tablet-Steuerung) in die Nähe eines Gegenstands kommt, dann erkennt die Spark automatisch die Gefahr und weicht selbiger kurzerhand (mit geringer Geschwindigkeit bei 5 Meter Reichweite) aus. Mit dem optional erhältlichen Controller sind Reichweiten von bis zu 2 Kilometern möglich.

Die Kamera

Für eine moderne Drohne ist die Kamera ein durchaus wichtiges Merkmal. Käufer erhalten mit der Spark einen mithilfe des 2-Achsen-Gimbals stabilisierten 1/2.3" CMOS mit 12 Megapixeln mit einer Blende von f/2.6. Der Radius des Sichtfelds beträgt 81,9 Grad. Fotos können im ISO-Bereich 100 bis 1.600 aufgenommen werden, Videos mit 100 bis 3.200.

Die Videoauflösung beträgt Full-HD (1.920x1080p) bei 30 FPS, gespeichert im MP4-Format. Fotos haben eine Auflösung von höchstens 3968x2976 Pixeln und weden im JPEG-Format abgespeichert.

Akku und Flugzeit

DJI verpasst der Spark einen sogenannten Sport-Modus, mit der die Drohne entsprechend geflogen werden kann. Die angegebenen 16 Minuten beziehen sich auf Bedingungen ohne Wind und mit einer Geschwindigkeit von 20 km/h. Somit dürften sportlichere Piloten im dafür bekannten Modus bei der Nutzung des Controllers etwas weniger Flugzeit aus der 1.480 mAh fassenden "Intelligent Flight Battery" herauskitzeln können. Wir konnten im Hands-On eine Flugzeit von rund 10 bis 12 Minuten bei sehr aggressiver Flugweise feststellen.


Die Spark hört auf den Nutzer

Dass die Spark fliegt und das auch durchaus gut kann, ist beim Fliegen mit dem Tablet oder Smartphone nicht anzuzweifeln. Besonders beeindruckt waren wir von der Erkennung von Gesten im Voyer der DJI-Zentrale in Frankfurt. Im Gebäude wurde vorgeführt, wie durch Winken, Handvorhalten oder Daumenhoch Fotos geschossen werden. Gestartet wurde die Drohne auf der Handfläche - immerhin ermöglicht dies der kompakte Aufbau, bei der der Schwerpunkt gut mittig liegt. Angst braucht man dabei auch nicht zu haben, da die Rotoren bei einer Neigung von mehr als 45 Grad aufhören zu arbeiten.

Die Bedienung geschieht intuitiv, denn DJI will mit der Spark auch Kunden überzeugen, die sich vor der komlizierten Steuerung, respektive Inbetriebnahme scheuen. Als Lifestyle-Zubehör kann die Drohne schnell aufgebaut und eingepackt werden. Getreu dem Firmenmotto "Seize the Moment" verfügt die Spark über interessante, vorprogrammierte Flugmodi, mit der sehenswerte Aufnahmen gemacht werden können. Fotos im Panorama-Modus mit mehreren, perfekt aneinandergereihten Fotos sind ebenso wie die sogenannten Quick-Shot-Funktionen mit der Partie. Videos können mithilfe der vier verfügbaren Presets "Dronie" (Drohne fliegt Rückwärts aus dem Ort der Bestimmung), "Kreisen" (Drohne dreht einen Kreis um den Nutzer), "Helix" (Drohne dreht eine Spirale aufwärts) oder "Rocket (Drohne fliegt steil nach oben) sehr gelungen aussehen. Bei Nutzung einer dieser Modi nimmt die Kamera stets ein 10-Sekunden-Video des Flugs auf, das ohne Umwege geteilt werden werden kann.

Altbekannte DJI-Flugmodi wie TapFly und ActiveTrack stehen auch der Spark zur Verfügung. Erstere beschreibt die Möglichkeit, einen Punkt auf dem Bildschirm des Tablet oder Smartphones auszuwählen, auf den die Drohne dann zufliegt. Mit ActiveTrack kann die Spark ein festgelegtes Objekt anvisieren und verfolgen.

Die demonstrierten Features wirkten durchdacht und ausgereift. Eine gewisse Eingewöhnungszeit sollte aber mit bedacht werden, da die Drohne im Gestenmodus zu schnelle oder nicht ausreichend ausschweifende Bewegungen schwer oder gar nicht erkennt. Hat man den Dreh hier einmal raus, dann kann die Spark dank des Gewichts und der Abmessungen zum dauerhaften Begleiter bei Treffen oder auch beim Sport werden. Gut sichtbar sind die angebrachten Indikator-LEDs, welche die Bedienung im Gesten-Modus erheblich vereinfachen.

Die typische DJI-Qualität wieder am Start

DJI war bisher lediglich für hochpreisigere Drohnen bekannt. Dafür hat bekanntermaßen die Qualität gestimmt. Genau das trifft auch auf die Spark zu. Auch wenn die neue Drohne das bislang preiswerteste Produkt im Multikopter-Segment ist: Die Verarbeitungsqualität ist ausgezeichnet. Nichts knarzt oder bewegt sich bis auf die einklappbaren Propeller - die müssen sich ja drehen. Dem Anspruch "Lifestyle-Produkt" wird die Spark beim Anblick der verfügbaren Farboptionen gerecht: Die Drohne wird es in Weiß, Blau, Grün, Rot oder Gelb geben - gewünscht hätten wir uns aber noch eine schlichte schwarze Variante.

Unser Ersteindruck

DJI bringt mit der Spark ein in dieser Preisklasse und dieser Feature-Vielfalt konkurrenzloses Produkt auf den Markt. Langsam aber sicher etablieren sich Drohnen im Massenmarkt, doch den Kickoff könnte DJI als einer der größten Anbieter mit der Spark bringen. Der Multikopter sieht nicht furcheinflößend aus, sogar eher niedlich und dürfte die Angst oder Vorurteile gegenüber den unbemannten Fluggeräten dämpfen. Solide Foto- und Video-Aufnahmen, gute Flugeigeschaften, Gestensteuerung, Farbvielfalt und intelligente Technik bei einem Eigengewicht von 300 Gramm. Das ist ein großer Wurf mit einer kleinen Drohne.


Im Juni will DJI mit der Vermarktung der Spark zum Preis von 599 Euro (Stand: 06/2017) beginnen. Wer mehr Zubehör wünscht, dürfte sich über den zeitgleichen Release der DJI Spark Fly More Combo freuen, bei der zusätzlich noch die Fernsteuerung, Propellerschutz, einen extra Flugakku, eine Ladestation und eine Schultertasche mit im Paket vorzufinden sind. Kostenpunkt: 799 Euro (Stand: 06/2017). Im kommenden Monat werden wir die neue DJI-Drohne einem genauen Praxistest unterziehen. Den Artikel findet ihr zu gegebener Zeit dann wie immer bei uns.

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