Test: Reeven Polariz und Four Eyes Touch im Kurztest

Ob potente für Luftkühlungen, voll bestückte Radiatoren oder als optisches Gadget - Lüftersteuerungen kommen in vielen Heimcomputern zur Anwendung. Inzwischen mehr als bereits integrierte Lösung in Gehäusen lässt es den Nutzern freie Wahl was Lautstärke, respektive Lüftergeschwindigkeiten angeht. Zwei Nachrüstmodelle für den 5,25-Zoll-Schacht aus dem Hause Reeven schauen wir uns im Kurztest näher an.


Ob Lüftersteuerungen überhaupt in Zeiten von integrierten Lösungen in Gehäusen oder digitaler Steuerung mithilfe von Platinen genutzt werden, sei dahingestellt. Fest steht, dass es dennoch einige Lösungen auf den Markt gibt. Schließlich bevorzugt der eine oder andere die manuelle Steuerung der Paramter über das Instrument, welches sich normalerweise am 5,25-Zoll-Schacht an der Front des Gehäuses befindet. Zum guten Ton zählt außerdem noch eine Temperaturanzeige, die beide Testkandidaten aus dem Hause Reeven mitbringen. Unterschiede finden sich beim generellen Design - aus diesem Grund schauen wir uns den Polariz sowie den Four Eyes Touch in einem Kurztest näher an.

Technische Daten und Lieferumfang

Die technischen Daten beider Fancontroller unterscheiden sich im großen und ganzen nicht wirklich. Folglich nutzt Reeven ein ähnliches Grundgerüst bei der Platine, stattet den Four Eyes Touch jedoch mit einem Kanal mehr aus. Der Grund liegt in der Form: Während der Polariz mit einem Design daherkommt, das auf drei große, runde Drehregler setzt, geschehen Eingaben beim Four Eyes Touch mithilfe des Tippens auf den Bildschirm.

Die Beigaben bei beiden Lüftersteuerungen beschränken sich auf die Extra-Kabel (4x Temperaturfühler sowie 4x Lüfterkabel), den Schrauben sowie einer Anleitung.

Reeven Polariz

Technische Daten
ModellnummerRFC-04
Maße148mmx42,5mmx98mm (LxHxT)
DC InputDC 5V und DC 12V via Sata
DC Output4V-12V (±10%)
Max. Strom2,5A je Kanal
Temperaturbereich0-99°C
Lüftergeschwindigkeit0-9990 rpm
Gewicht330g
Kompatible LüfterPWM (4Pin), 3Pin

 Reeven Four Eyes Touch

Technische Daten
ModellnummerRFC-03
Maße148mmx42mmx100mm (LxBxT)
DC InputDC 5V und DC 12V via Sata
DC Output3,7V-12V (±10%)
Max. Strom2,5A je Kanal
Temperaturbereich0-99°C
Lüftergeschwindigkeit0-9990 rpm
Gewicht200g
Kompatible LüfterPWM(4-Pin), 3Pin

Impressionen Polariz

Reeven setzt beim Polaris auf ein solides Gehäuse aus beschichtetem Metall, das robust und somit wertig wirkt. In der Front sind drei Drehregler eingelassen, die im Gegensatz zum Gehäuse aus Kunststoff bestehen und aus diesem Grund nicht ganz die erhoffte Materialgüte haben. An und für sich ist die Anzeige des Polaris in unseren Augen gelungen: Die Temperaturen, Umdrehungszahlen sowie Voltangaben sind gut gegliedert anzusehen.

Auch die Platine ist beim Blick auf die Rückseite sauber aufgebaut - klar zu sehen: Drei seperat steuerbare Kanäle mit jeweils einem eigenen Anschluss für einen Temperaturfühler. Je Kanal können bis zu 3 Ampere angelegt werden - das reicht abhänging vom Modell maximal für zwei bis drei Lüfter mit 4- oder 3-Pins, denn Reeven hat mitgedacht und die Anschlüsse jeweils mit Abstand voneinander aufgelötet. Außerdem finden sich auf dem PCB vier weitere Dipschalter. So kann man zwischen den Einheiten Fahrenheit und Celsius wechseln oder für die drei Kanäle jeweils den Temperaturalarm ausschalten. Ein Jumper mit den entsprechenden Kontakten ist da, um den Piepton bei der Eingabe ein- oder auszuschalten.

Impressionen Four Eyes Touch

Beim Design fährt Reeven mit dem Four Eyes Touch das komplette Gegenteil. Ohne großen Schnörkel und mit einer Touch-Eingabefunktionalität kommt diese Lüftersteuerung daher. Beim Gehäuse kommt ausschließlich Kunststoff zum Einsatz, der zumindest Frontseitig in Sachen Materialqualität in Ordnung geht. Im Gegensatz zum Polariz ist die Platine gut sichtbar und offen zugänglich. Ein Gehäuse drumherum ist somit nicht vorhanden. Reeven hat auch bei der Four Eyes Touch mitgedacht und die vier Anschlüsse für Lüfter mit Abstand auf die Platine gebracht, um etwa 4-Pin-Lüfter direkt anzuschließen. 

Wie bereits erwähnt gibts bei der Four Eyes Touch - wie der Name es auch erahnen lässt - vier Kanäle, welche allerdings mit jeweils 2,5 Ampere belastbar sind. Insgesamt ist diese Lüftersteuerung belastbarer als der Polariz, pro Kanal betrachtet sollte man jedoch nicht mehr als 2 Lüfter anschließen. Dipschalter findet man hier keine, denn sämtliche Zusatz-Features sind direkt in das Touch-LCD implementiert. Einen Jumper findet man hingegen vor - der steht auch hier wieder bereit, um die Lüftersteuerung bei Bedarf stummzuschalten.

Praxistest

Die Inbetriebnahme der Polaris geht kaum einfacher: Sata-Stecker rein, Temperatursensoren rein, Lüfter anstecken und schon kann es losgehen. In jedem der drei Drehregler ist ein kleines LC-Display eingelassen, das neben der Temperatur des Sensors auch noch die anliegende Spannung sowie die Lüfterdrehzahl anzeigt. An und für sich genug für den Normalverbraucher, der einen groben Überblick braucht. Die Eingabe, respektive das Drehen geht jedoch eher schwammig. Die Verarbeitung der Drehregler macht sich hier unangenehm bemerkbar - der Übergang zwischen Drehrad und Gehäuse ist nicht optimal verarbeitet. Grundsätzlich geschieht das Regeln der Lüfterdrehzahl nach etwas Eingewöhnung einwandfrei und intuitiv. Entschädigt wird man außerdem durch das edle Erscheinungsbild des Polariz.

Ähnlich schnell war auch die Four Eyes Touch betriebsbereit. Das Regeln mithilfe des Touch-Eingabefelds ist einfach, während die Schrift in sieben verschiedenen Farben eingestellt werden kann. Auch lässt sich die Anzeige bei Bedarf ganz abschalten. Zu sehen sind hier neben der Temperatur auch die angelegte Spannung sowie natürlich die Drehzahl.

Fazit

Reven führt mit dem Polaris sowie dem Four Eyes Touch zwei potente Lüftersteuerungen im Portfolio, die in Sachen Design unterschiedlicher kaum sein können. Beim genaueren Betrachten wartet insbesondere das augenscheinlich wertigere Produkt mit Verarbeitungsdefiziten auf, die bei der Bedienung jedes Mal auffallen. Ganz anders der Four Eyes Touch: Vier Kanäle, sieben Farben, Leistung für normalerweise bis zu acht Lüfter dürften für den Nutzer einer normalen Luft- oder kleineren AiO-Wasserkühlung ausreichen.

Schließlich stellt sich die Frage, ob eine Investition in eine Lüftersteuerung Sinn macht, da moderne Gehäuse gehobener Preisklassen ab bereits 60 Euro zum Teil entweder eine entsprechende Regelungsmöglichkeit integriert haben oder gar keinen Platz für 5,25-Zoll-Geräte bieten. Sind zumindest die technischen Voraussetzungen erfüllt, hängt die Entscheidung schließlich von den eigenen Präferenzen des Nutzers ab.

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