Test: In Win 301 im Test

In Win ist insbesondere dank der Glas-Gehäuse in der Gunst der Käufer weit nach vorne gerückt. Mit dem 301 erweitert man das Portfolio um einen Ableger mit Micro-ATX-Ausmaße, der die gewohnte Qualität mit einem Glas-Seitenteil kombiniert. 


In Win zählt als einer der Pioniere im Gehäusesegment. Schließlich war es das taiwanesische Unternehmen, welches Glas bei PC-Gehäusen erst so richtig attraktiv gemacht hat. Nun findet man bei fast jedem Mitbewerber Hardware-Behausungen mit dem entsprechendem Werksstoff im Portfolio. Zeit, um sich mit dem Format zu differenzieren, weshalb In Win kurzerhand das schon preiswerte ATX-Modell 303 auf Micro-ATX-Ausmaße stutzt. Heraus kommt so das In Win 301, das auf das bekannte Grund-Design vertraut, aber jetzt kompakter daherkommt und damit sicherlich auf fast jedem Schreibtisch seinen Platz findet.


Klingt gut, ist es bestimmt auch - zumindest wenn der Hersteller genauso gewissenhaft gearbeitet wie beim größeren Modell. Ob wir die Vorahnung tatsächlich bestätigen können oder In Wins 301 hier und da Stolpersteine im Weg stehen, klären wir im Test.

Lieferumfang und Details

Mit dem 301 fährt man das bewährte Programm. Ganz umweltbewusst verzichtet der Hersteller auf aufwendig bedruckte Kartonage und beschränkt sich so auf das Wesentliche: Der Innenraum ist zweckdienlich ausgepolstert, während ein Stoffüberzug statt billige Folie die Flächen inklusive der Glasapplikation schützt. Die Beigaben verpackt In Win in ein wiederverschließbares Zip-Tütchen, das bei weitem alle Schrauben zur Montage sowie die Bedienanleitung beinhaltet.

Große Überraschungen offenbart das Datenblatt nicht. Neben einer kleinen Mini-ITX- oder Micro-ATX-Platine fasst das 301 im Innenraum mit einem Volumen von 25,39 Litern zwei 2,5-Zoll-Datenträger sowie eine 3,5-Zoll große Festplatte. Mit knapp 6,6 Kilogramm kommt das Gehäuse mit einem durchschnittlichen ATX-Gehäusegewicht daher (Der große Bruder 303 wiegt stattliche 10,88 Kilogramm).

Das ordentliche Gewicht ist wohl auch dem Glas-Seitenteil geschuldet. Ein Ventilationswunder ist das 301 jedoch nicht: Vorne sowie am Boden passen jeweils zwei Lüfter mit 120mm-Maße, am Heck gibt es einen weiteren obligatorischen Platz. Prozessorkühler sind mit einer Einbautiefe von bis zu 15,8 Zentimetern montierbar, bei Grafikkarten ist das Limit mit 33 Zentimetern für die allermeisten Modelle mehr als ausreichend. Verglichen mit dem 303 aus dem eigenen Hause ist das neue Modell relativ kompakt, gemessen an Micro- oder Mini-ITX-Gehäusen der Konkurrenz ist das 188x365x370 Millimeter messende Gehäuse hingegen recht groß.

Technische Daten
HerstellerIn Win
Name301
TypMicro-ATX-Tower
FormfaktorMicro-ATX, Mini-ITX
Laufwerke1x 3,5", 2x 2,5"
Material/StärkeStahl / 0 mm
Farbeschwarz
Maße (B×H×T)188x365x370
Gewicht6.57kg
Lüfter0
Frontanschlüsse2x USB-3.0, Audio In/Out
Platz für Grafikkarten33cm
Platz für CPU-Kühler15.8cm
Erweiterungsslots4
Preis-
Lieferumfang
Schraubenset, Anleitung, Kabelbinder

Erscheinungsbild

Betrachtet man an und für sich das Design, dann gleicht das größere 303 dem hier getesteten 301 quasi eins zu eins. Denn abgesehen von den kleineren Ausmaßen ist der Unterschied schwer auszumachen. Die Front ist geradlinig und bietet keine Öffnungen zur Ventilation. Darüberhinaus ist am oberen rechten Eck der Power-Button lokalisiert, darunter das rot beleuchtete Firmenlogo sowie das ebenfalls rot illuminierte Anschlusspanel, bestehend aus den beiden Audio-Ports und zwei USB-3.0-Schnittstellen.

Glas ist das Aushängeschild des 301. Entsprechend großflächig ist das Material am linken Seitenteil vertreten. Leicht abgedunkelt und an den Rändern mit einem Punkt-Muster versehen lässt es tief in den Innenraum blicken. Zum Einbau der Hardware lässt sich das Seitenteil ganz einfach mit einem Griff an der oberen Kante abnehmen. Das Anbringen geschieht mit einem Handgriff ebenso schnell. Das rechte Seitenteil verfügt zwar über kein Glas   - dass es sich aber um ein In Win-Gehäuse handelt, ist klar am Wabenmuster zu erkennen. Das Design-Statement ist nicht nur optischer Natur, sondern auch funktional: Die Luft kann über die dort befindlichen Öffnungen besser zirkulieren.

Spätestens beim Anblick der Rückseite ist das vom Durchschnitt abweichende Innenraum-Design ersichtlich. Das Netzteil findet nämlich versteckt hinter einer Blende oben Platz, darunter das Mainboard und dem folgend die Erweiterungskarten. Ein 120-Millimeter-Rotor kann neben dem Mainboard verbaut werden.

Wie beim großen Bruder ist der Deckel, unter dem sich auch das Netzteil befindet, komplett geschlossen. So sieht es jedoch nicht am Boden aus: Maximal zwei Lüfter passen dort, alternativ auch ein Radiator, dessen Ventilatoren von einem Staubfilter vor groben Partikeln aus der Luft geschützt werden. Die Reinigung des Filters geschieht dank der seitlichen Entnahmemöglichkeit in windeseile.

Innenaufbau

Auch wenn In Win den Innenraum abweichend vom Normal-Design gestaltet: Große Experimente geht der Hersteller nicht ein. Wie beim bewährten 303 findet der Stromspender hinter eine Blende ganz oben unter dem Deckel seinen Platz. Die restliche PC-Hardware wird an gewohnter Stelle im Gehäuse verschraubt. Montageplätze für Festplatten sind mit einem Finger abzählbar, da nur eben einer vorhanden ist. Selbiger befindet sich ganz oben rechts.

Werkzeuglos und durch kleine Gummipuffer entkoppelt, kann eine 3,5-Zoll große HDD in den Schlitten eingeklippt und in den vorgesehenen Platz eingeschoben werden. Doppelt so viele und damit zwei Plätze gibt es für SSDs. Sie werden direkt unter dem HDD-Schlitten auf der einen Seite eingehängt und auf der anderen von der rechten oder linken Seite verschraubt. Die Anschlussseite zeigt somit in Richtung Netzteil.

Mit 15,8 Zentimetern Platz zum linken Seitenteil passen viele CPU-Kühler rein, auf extrem hoch gebaute Modelle muss der Nutzer jedoch verzichten. Ganz so limiert ist man bei der Wahl der Grafikkarte nicht: Möglich sind bis zu 33 Zentimer, was für die meisten Modelle genügend Freiraum ist.

Aufgrund der Maße und des damit einhergehenden Einbaus ist auch die Installation einer Wasserkühlung möglich. Die Front fasst einen Slim-Radiator (auch AiOs), während auch am Boden für einen entsprechend großen Radiator Platz ist. Bedacht werden sollte allerdings, dass bei der Nutzung eines Wärmetauschers oder sogar lediglich von Lüftern am Boden unter Umständen PCI-Express-Slots wegfallen oder die Anschlüsse des Mainboards schlecht erreichbar sind. 

Hinter dem Mainboardtray gibts an und für sich wenig bis gar keinen Platz. In Win sieht zwei Durchführungen in der Netzteilkammer nach unten vor, um die elektrischen Leitungen Richtung Gehäuseinnenraum zu führen.

Praxistest

Der Einbau unserer Hardware war schnell getan. Unnötige Erschwernisse ersparte uns In Win beim 301 - selbst das Kabelführen ging leichtgängig ohne Ärgernisse vonstatten. Der recht kleine Raum hinter dem Mainboardtray war offensichlich genug, um die nötigen Kabel an die vorgesehenen Stellen zu führen. Allzu große Netzteile sollte man im In Win 301 allerdings nicht verbauen. Das Corsair CX550M gehört nicht zu den größten seiner Sorte, war aber von der Länge her bereits raumfüllend. In Win selbst sieht sieht maximal 16 Zentimeter vor. 

Viel Schein, aber auch sein möchte das In Win 301. Es ist sicherlich nicht nur als ein vollfunktionales Gehäuse zu sehen, sondern mehr als ein Design-Objekt, das die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Großartige Ergebnisse sind bei dem zugrundeliegenden Belüftungs-, respektive Kühlsystem nicht zu erwarten. Die Front und der Deckel sind geschlossen. Lüfter gibt es im Werkszustand keine. Das Bisschen Raum am Boden und der beschränkte Ventilationsraum für die Front-Ventilatoren deuten ebenfalls auf eine eher beschränkte Kühlperformance hin. 

Fazit

Die Schrumpfkur des 303 ist geglückt. Mit dem 301 bringt in Win das markante Gehäuse mit kompakteren Abmessungen auf den Markt, das mit dem zeitlosen, sehenswerten Design auf dem Schreibtisch eine gute Figur macht. Moderne Hardware findet ohne Weiteres Platz, mit zwei 2,5- und einem 3,5-Zoll-Platz beschränkt man sich bei den Datenträgern auf das Wesentliche. Viel macht das 301 nicht falsch. Gestört haben uns hier fehlende Lüfter ab Werk, das eher schwache Belüftungssystem und ein fehlender Frontstaubfilter. 

Mit einem Preis von aktuell knapp 70 Euro (Stand: 06/2017) gibts für das gebotene viel Qualität fürs Geld, weshalb wir das In Win 301 mit unserer Redaktionsempfehlung honorieren.

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Zum Thread im Forum

Issam Ammour

Datum:
13.06.2017 | 08:23 Uhr
Rubrik:
Gehäuse
Tags:
301 Artikel Chassis Gehäuse glas IN WIN Micro-ATX Mini-ITX Review test

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