Test: Fnatic Gear Duel TMA-2 Gaming Headset im Test

Die Esports-Organisation Fnatic hat erstmals ein modulares Headset unter dem Label Fnatic Gear auf den Markt gebracht. Das Gear Duel, welches seinen Ursprung beim dänischen Hersteller Aiaiai hat, soll das Gaming mit dem Alltag durch unkomplizierte Modularität verbinden. Ob das in der Realität auch klappt und wie sich das Headset in der Praxis schlägt, erfahrt ihr im Test.


Viele dürften bereits das vom Esports-Team Fnatic erfahren haben, welches vor allem durch ihre vielen Siege auf Counter Strike: Global Offensive-, Overwatch- oder Dota-Turnieren bekannt geworden ist. Das Unternehmen, welches erst kürzlich den Gaming-Equipment-Spezialisten Func aufgekauft haben, hat bereits eigene Tastaturen und Mäuse unter der Marke Fnatic Gear veröffentlicht. Nun versucht es das Team zusammen mit dem dänischen Hersteller Aiaiai mit einem modularen Headset, welches für unterwegs, aber auch fürs Zocken genutzt werden soll. Ob das Konzept in der Praxis auch so funktioniert, wie man es sich vorstellt, haben wir für euch getestet.

Lieferumfang

Das Headset wird in einem schlichten weißen Karton mit orangenen Akzenten geliefert. Beim Öffnen begrüßen uns mehrere Tütchen, in denen sich die Einzelteile befinden. Im Lieferumfang befindet sich der Kopfhörerbügel, die Lautsprechereinheiten, zwei Paar Ohrpolster, ein Kabel mit vierpoligem 3,5mm Klinkenstecker, ein Boom-Mikrofon mit Splitter und ein Aufbewahrungssack.

Aufbau, Verarbeitung und Design

Der eigentliche Aufbau geht relativ schnell vonstatten, danach lässt sich nicht mehr viel verändern. Man hat zwei unterschiedlich große Ohrpads zum Wechseln, je nachdem ob man beispielsweise zu Hause zocken möchte oder auf dem Weg in die Stadt Musik hören möchte. Positiv: Das 3,5mm-Klinkenkabel und das Boom-Mikrofon-Kabel lassen sich auf beiden Seiten des Headsets einstecken.

Die Verarbeitung lässt auf den ersten Blick nicht zu wünschen übrig, ein Knarzen oder andere Geräusche gibt es hier nicht. Außerdem ist es je nach Konfiguration gerade einmal 275g schwer. Das ist vor allem für lange Gaming-Sessions ein vorteilhafter Aspekt. Allerdings fühlt es sich nicht sehr wertig an, das einfache Kunststoff erinnert sehr an ein billiges "China-Headset", wenn man den geforderten Preis von derzeit 159,99 Euro (Fnatic-Online-Shop) bedenkt.

Designtechnisch ist das Duel wenig auffallend gehalten. Das Headset ist komplett in mattem Schwarz, lediglich die Bügelkabel geben orangene Akzente. Die Position der Lautsprecher lassen sich auf dem Bügel - eine Kappe mit Lochverschluss - leicht einstellen. Das Polster des Headsets ist mit Kunstleder überzogen und mit einem "Fnatic"-Schriftzug versehen.

Die mitgelieferten Ohrpolster lassen sich auch mehr oder weniger unkompliziert austauschen. Und von denen hängt das Aussehen des Headsets stark ab. Mit den schlanken On-Ear-Polstern befindet sich das Duel mit Fnatics Worten in der "On-the-Road-"Konfiguration für Unterwegs. Schnallt man die dickeren Over-Ear-Polster auf das Headset wird es plötzlich zu einem großen Gaming-Headset für Zocken. Viel mehr gibt es zur Modularität des Duel TMA-2 Headsets nicht zu sagen.

Technische Infos

Fnatic hat für sein neuestes Headset mit dem dänischen Hersteller Aiaiai zusammengearbeitet, das Ergebnis ist das Duel TMA-2. Eigentlich ist es nur eine "Fnatic-Version" des ursprünglichen TMA-2 Headsets Aiaiai's. An dieser Stelle stellt sich die Frage, was sich denn verändert hat und was das Besondere am Duel Headset ist. Die Änderungen bestehen hier nur aus dem orange gefärbten Bügel-Kabel und dem Boom-Mikrofon, das es im originalen TMA-2 ebenfalls nicht gab.

Die Maße des gesamten Headsets sind 180mm x 200mm x 95mm (W x H x D). Das Gewicht in der leichtesten Konfiguration beträgt 275g. Für den PC oder die Konsole ist das Boom-Mikrofon geeignet: Es hängt an einem Vierpoligem Klinkenkabel mit zwei Metern Länge, während das 1,2 m lange vierpolige Klinkenkabel und In-Line-Mikrofon für Handy und Tablet gedacht ist. Ein Splitter auf zwei dreipolige Klinken ist praktischerweise ebenfalls dabei. Einen Abstrich muss man bei beiden Kabeln machen, denn keines hat eine Lautstärkeregulierung, sondern lediglich eine Taste zum An- oder Ausschalten der jeweiligen Mikrofone.

Technische Eigenschaften der Lautsprechereinheit:

Durchmesser40 mm
Impedanz32 Ohm
Nennleistung30 mW
Maximale Leistung70 mW
MagnettypNeodym
Resonanzfrequenz90 Hz
Schalldruckpegel117 dB
MembrantypPET + Titan

Das Mikrofon lässt sich genauso wie das Aux-Kabel an beiden Lautsprechereinheiten anschließen. Sollte der eigene Computer einen getrennten Audio- sowie Mikrofonanschluss voraussetzen, gibt es dazu den Splitter, mit dem das Mikrofon getrennt vom Audiosignal an den PC angeschlossen werden kann.

Praxistest

Einer der wichtigsten Aspekte bei einem Headset ist natürlich der Sound. Und der kann sich beim Duel TMA-2 leider nur teilweise sehen oder besser gesagt hören lassen. Das DUEL ist mit der S02-Einheit von Aiaiai ausgestattet, diese beherbergt 40-mm-Treiber mit einer Impedanz von 32 Ohm und einem Frequenzgang von 20 bis 20.000 Hz. Das ist für DJing oder Live-Performances mit basslastigem Sound gedacht. Hier liegt auch die Stärke des Duel Headsets: Die Bassleistung ist erstaunlich gut; man spürt fast schon, wie die Membranen vibrieren. Schwächer sind hier die Mitten, welche sich aber im Gegensatz zu den Höhen aber noch ordentlich anhören.

Die Höhen sind klar der große Schwachpunkt des Headsets, die bei basslastigem Sound unterzugehen scheinen. Ein weiterer Schwachpunkt stellt die Schalldämmung nach außen hin dar, die nicht ganz zufriedenstellend war. Nicht nur unterwegs, sondern auch beim Zocken mit mehreren Personen im Raum kann das nervig sein. Abgesehen davon ist auch der räumliche Klang zufriedenstellend und erlaubt auch trotz reinem Stereoklangs in Shootern eine präzise Ortung der Klangquellen.

Das sogenannte Boom-Mikrofon ist in der Praxis leicht einzusetzen. Der Mikrofonarm ist dank dem Drahtgeflecht leicht positionierbar, dazu gibt es noch einen Poppschutz und einen Mute-Knopf. Allerdings lässt das Mikrofon aus technischer Sicht nach. Die Klangqualität lag unter unserer Erwartung und auch bei der Aufnahmelautstärke gibt es noch viel Verbesserungspotenzial. Seitens Fnatic Gear soll bald ein verbessertes Mikrofon bereitgestellt werden, welches Käufer des Duel Headsets kostenlos anfordern können.

In der Gaming-Konfiguration mit den dicken Over-Ear-Polstern ist das Headset sehr angenehm zu tragen. Es ist überaus leicht und es drückt nicht zu sehr, was auch erwartet wird, um gemütlich zocken zu können. Anders sieht es bei der On-the-Road-Konfiguration mit den schmalen On-Ear-Polstern aus. Hier drücken die Polster unserer Meinung nach zu sehr auf den Ohren, was nicht sehr angenehm ist.

Nach wenigen Minuten hat man bereits das Verlangen, das Headset wieder kurz abzunehmen. Hinzu kommt, dass in dieser Konfiguration die Schalldämmung durch die schmalen Polster deutlich zu gering ist. Insgesamt ist der Sound merkbar schlechter als in der Gaming-Konfiguration. Auch ist das Headset, wenn man es mal einpacken möchte, nicht zusammenfaltbar. Durch die wechselbaren Ohrpolster und dem Kordelsack ist die Mobilität aber immer noch akzeptabel. Wünschenswert wären jedoch noch weitere Buttons für die Regelung der Lautstärke; spezielle Features wie etwa Noise-Cancelling sind ebenfalls nicht vorhanden.

Fazit

Uns konnte die so hoch angepriesene Modularität nicht überzeugen. Im Alltag lassen sich lediglich die Ohrpolster und die Kabel, Mikrofon-Kabel für den PC oder Kabel für Handy und Tablet wirklich wechseln. Das Konzept ist an sich sehr interessant, allerdings in Sachen der Funktionalität und Vielseitigkeit noch sehr ausbaufähig.

In der Praxis hat uns das angenehme Gewicht gefallen. Das Headset war in der Gaming-Konfiguration stets angenehm zu tragen, allerdings war das mit den schmalen On-Ear-Polstern nicht unbedingt der Fall. Hier hat einfach der angenehme Tragekomfort gefehlt. Enttäuschend war dazu noch die Tatsache, dass kein Lautstärkeregler oder Ähnliches verbaut ist. Dies kann man bei Headsets dieser Preisklasse durchaus erwarten.

Ebenfalls ist der Sound des Headsets verbesserungswürdig. Das Headset soll vielseitig einsetzbar sein, doch gerade dafür fehlt es dem Klangbild einfach an Ausgewogenheit. Die DJ-Lautsprecher mögen im Musik-Bereich mit ihrem satten Bass hervorstechen, allerdings ist dieses Aufgabenfeld für Gaming-Sessions nicht unbedingt passend. Die Höhen und teilweise auch die Mitten gehen im Basssturm regelrecht unter - für viele Spiele-Genres ist das suboptimal. Auch das Mikrofon ist verbesserungswürdig, wobei Fnatic in diesem Punkt Besserung verspricht und Käufer kostenlos mit einem aktualisierten Mikrofon ausstatten will.

Insgesamt bietet das Gear Dueal TMA-2 eine gute Verarbeitungsqualität, ein interessantes modulares Konzept und ordentlich Bass fürs Geld. Auch das geringe Gewicht hat sich in der Praxis durch den Komfort beim Zocken bewährt. Doch für den Preis von derzeit rund 160 Euro (Fnatic Online Shop) bekommt man bessere Headsets mit einem größeren Funktionsumfang und besserem Sound. Somit ist das Gear Duel für das, was es bietet, zu teuer.

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Ilias

Datum:
07.06.2017 | 09:54 Uhr
Rubrik:
Unterwegs
Tags:
Aiaiai Bass DJ duel eSports Fnatic Gaming Gear Headset modular sound tma-2

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